23. November 2017

Tauranga, Rotorua, Taupo, 25.10.2017 – 30.10.2017

Nach einer zweistündigen Autofahrt kamen wir alle etwas müde und verkatert in Tauranga an. Die Jungs in Jogginghose und Nele und ich in Sportleggins, weil unsere Jeans noch nass waren von unserem genialen Ausflug zum Strand bei strömendem Regen. Wir machten uns schon Sorgen, was unser zukünftiger Arbeitgeber von uns denke möge. Doch als wir bei der uns genannten Adresse ankamen, standen wir plötzlich vor einem Hostel. Der wunderbaren Bell Lodge. Es stellte sich also heraus, dass es sich um eine Art „working hostel“ handelte. Für den „warehouse job“, für den wir nach Tauranga gekommen waren, wurden nur noch Mädchen gesucht, das kam also nicht mehr in Frage. Daraufhin wurde uns dann ein „flower thinning job“ angeboten. Das Problem war nur, bei Regen fiel die Arbeit aus und für die komplette nächste Woche war Regen angesagt. Doch eine wirkliche Alternative hatten wir nicht. So entschieden wir uns dann erst einmal in der Bell Lodge zu bleiben und den Job anzunehmen, um überhaupt etwas zu haben. Da wir geplant hatten jetzt für mehrere Wochen zu bleiben und eh erst um 15 Uhr in unsere Zimmer konnten, fuhren wir zu pakinsave und machten einen Großeinkauf. Als wir vom Einkauf wiederkamen und unsere Zimmerschlüssel abholen wollten, gab es jedoch eine kleine Planänderung. Es stand ein besserer „lemon picking job“ zur Verfügung. Dieser sollte jedoch erst in 5 Tagen starten. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns dazu, unsere letzten freien Tage zu nutzen und einen kleinen Trip nach Rotorua und Taupo zu machen. Denn wir hatten keine Lust, die 5 Tage in der Bell Lodge zu bleiben. Da würden wir in nächster Zeit ja genug Zeit verbringen.



So blieben wir nur für die eine Nacht dort und brachen am nächsten Morgen nach Rotorua auf. Es stellte sich als kleines Problem heraus, dass wir den Tag davor einen Großeinkauf gemacht hatten. Allein durch unsere vier Backpacks war das Auto ja schon voll, aber jetzt noch mit den ganzen Lebensmitteln, wurde es echt knapp. Aber irgendwie hat es dann doch noch gepasst und unserem Trip stand nichts mehr im Wege.

Mittags kamen wir in Rotorua, der stinkenden Stadt wie ich sie gerne nenne, an. Die Ursache für den Gestank nach faulen Eiern sind Schwefeldämpfe. Direkt neben unserem Hostel gab es einen Park mit solchen Schwefelquellen. Der Dampf sah echt cool aus, aber neben dem fiesen Gestank, habe ich davon auch noch ziemliche Kopfschmerzen bekommen. Ich frage mich echt, wie die Leute, die in Rotorua leben, das auf Dauer aushalten können.





Ansonsten waren wir in Rotorua in einem
kleinen Maori Dörfchen, haben Robert und Cathy wieder getroffen und waren zusammen in der Stadt unterwegs. Leider hatten wir (mal wieder) Pech mit dem Wetter, es hat viel geregnet. Aber an einem etwas schöneren Nachmittag, haben wir die Sonnenstrahlen ausgenutzt und waren mit Robert am Lake Rotorua. Das Highlight unseres Aufenthalts
war aber der Besuch des Polinesian Spa‘s, eines der 10 besten Spa‘s weltweit! Das war wirklich wunderschön, man hatte einen super Ausblick auf den Lake. Da wir erst abends gekommen sind, konnten wir uns noch den Sonnenuntergang angucken und später als es dunkel war, die Lichter der Stadt. Nur das Wasser war in manchen Becken extrem heiß, teilweise bis zum 42 Grad!





Insgesamt bin ich aber nicht sehr überzeugt von Rotorua. Zum Einen war der Gestank echt nervig und auch sonst hätte ich irgendwie mehr erwartet. Vielleicht lag das es aber auch am Wetter. Bei besserem Wetter hätte man noch viel mehr unternehmen können, obwohl die meisten Aktivitäten generell recht teuer waren.

Nach den zwei Übernachtungen in Rotorua ging es für uns nach Taupo. Da wir wieder etwas zu früh zum Einchecken da waren, schlenderten wir noch über einen kleinen Markt, probierten ein paar selbstgemachte Marmeladen und Niels kaufte ein Mitbringsel.
Der Waikato River
Das yha Hostel in Taupo war eines der Besten, die wir bisher hatten. Es war relativ günstig, was unter anderem daran lag, dass wir ein Zwölfbettzimmer gebucht hatten, aber gut eingerichtet. Wir waren schon etwas skeptisch, wie ein Zwölfbettzimmer wohl sein würde. Ob man mit so vielen Leuten in einem Zimmer, überhaupt ein Auge zu machen kann. Aber da wir die ersten auf dem Zimmer waren die eingecheckten, bekamen wir die vier Betten, die etwas abgetrennt waren vom restlichen Raum waren. Aber auch sonst: richtige Matratzen, Decken und Kissen, ausnahmsweise mal scharfe Messer in der Küche und unbegrenztes Internet. Auf jeden Fall ein fetter Daumen hoch. Aber nicht nur das Hostel war besser, insgesamt hat mir Taupo besser gefallen, obwohl es leider wieder die meiste Zeit geregnet hat. Am Tag der Anreise sind Nele und ich noch am Waikato River entlang zu den Huka Falls gelaufen. Das Wasser war so unfassbar türkis. Praktischerweise sind Jan und Niels mit dem Auto hingefahren und konnten uns mitnehmen, weil es dann mal wieder heftiger anfing zu regnen.
An den Huka Falls
Auch am nächsten Tag regnete es bis zum frühen Nachmittag. Als dann kurz die Sonne rauskam, entschied sich Nele dazu am Lake of Taupo wandern zu gehen, während ich spontan, leider nur mit Vans statt mit richtigen Turnschuhen, joggen ging. Ich vermisse Volleyball, bzw. generell Sport sehr. Anscheinend ja so sehr, dass ich sogar laufen gegangen bin, obwohl das echt nicht zu meinen Lieblingssportarten gehört. Es war anstrengend, aber hat echt gut getan.
Super Wetter in Taupo: Himmel und See
so grau wie der Asphalt
Abends sind wir alle dann nochmal zum Waikato River gefahren, um dort in heißen Quellen zu baden. Es war wirklich irre, die Quellen waren heiß und der Fluss nur kurz darunter eiskalt. Wir sind immer hin und her gependelt, zwischen dem heißen und kalten Wasser, bis wir eine Stelle gefunden haben, die eine Recht angenehme Temperatur hatte. Zum Abendessen haben wir uns eine Pizza bei Domino geholt, die hier echt super günstig sind. Es gibt verschiedenste Sorten für nur 5 Dollar (ca. 3€).
Am Tag unserer Abreise schien dann natürlich die Sonne. So fuhren wir noch mit dem Auto an ein nettes Plätzchen und spielten in der Sonne Karten, bevor es zurück nach Tauranga ging.



10. November 2017

Ein Traum wird wahr - Hobbiton, 24.10.17


It's a dangerous business going out of your door. You step into the road, and if you don't keep your feet, there is no knowing where you might be swept off to."

Am Dienstag ging einer meiner Träume in Erfüllung: Wir fuhren nach Hobbiton! So lange schon hatte ich mich schon darauf gefreut und jetzt war endlich der Tag gekommen. Wir konnten das wunderschöne Auenland sehen, Bilbos Hüte, das Green Dragon, den Drehort vom Hobbit und Herr der Ringe, liefen die gleiche Wege entlang, wie die Schauspieler vor uns.
Aber nun einmal von ganz vorne… Bereits Wochen vorher hatten wir unsere Tickets im Internet bestellt. Günstig waren sie nun wirklich nicht, aber uns Vieren, Herr der Ringe und Hobbitfans, jeden Cent wert. Doch nun, einen Tag davor, wollte uns die Wettervorhersage die Stimmung vermiesen. Regen war für den Vormittag angesagt. Na super.
Auf der zweistündigen Autofahrt war war kein Regen zu sehen. Bis wir kurz vor unserem Ziel, dem kleinen Ort Matamata waren. Wir ärgerten uns schon darüber, wie man so ein Pech haben kann, doch so schnell wie der Regen gekommen war, zogen die Regenwolken auch wieder weg. So konnten wir dann doch noch das Auenland im Sonnenschein erkunden, so wie man es sich vorstellt.
Bilbos Hütte
Pünktlich um 12:30 Uhr wurden wir dann von einem Bus abgeholt und zum Drehort gefahren. Im Bus wurde ein Video abgespielt, indem uns Peter Jackson begrüßte, uns erste Informationen übermittelt wurden und einige Filmausschnitte, welche im Auenland spielen gezeigt wurden. Die Vorfreude stieg noch weiter an. Und dann endlich kamen wir den gleichen Weg, wie Gandalf am Anfang des ersten Teils des Herrn der Ringe, entlang, ins Auenland. Und es sah aus wie im Film! Grüne Hügel, der See, die kleinen bunten Hobbithöhlen, die gepflegten Gärten… Es war wunderschön die Liebe zum Detail zu sehen, eine kleine Leiter am Apfelbaum oder Bilbos Pfeife auf der Bank. Dank unseres netten Guides erhielten wir zu den atemberaubenden Ausblicken auch viele interessante Informationen zu den Dreharbeiten. Wir erfuhren, wie wichtig Peter Jackson die Richtigkeit auch nur von den kleinsten Details war. So wurde über der Hütte von Bilbo ein sehr seltener Baum gepflanzt. Die Kosten dafür waren schon enorm hoch, doch dann hatten die Blätter nicht die richtige Farbe, weswegen jedes einzelne Blatt (!) in der richtigen Farbe angemalt wurde. Und das obwohl der Baum nur für wenige Sekunden in den gesamten Teilen zu sehen ist. Ein anderes Beispiel wäre der Sonnenuntergang bzw. Aufgang. Im ersten Herr der Ringe Teil sitzen Bilbo und Gandalf auf der Bank vor Bilbos Hütte und genießen bei einer Pfeife den Sonnenuntergang über dem See. Doch leider geht die Sonne nicht über dem See unter sondern auf. So musste das Kamerateam mehrere Wochen in Folge jeden Morgen den Sonnenaufgang filmen, bis sie daraus einen Sonnenuntergang zusammenschneiden konnten, der auch nur für Sekundenbruchteile gezeigt wird. Auch witzig ist, dass in der Szene, in welcher sich Gandalf in Bilbos Hütte den Kopf stößt, gar nicht geplant war. Wenn man ganz genau darauf achtet, hört man sogar einen Kameramann im Hintergrund lachen. Doch da diese Szene noch einmal den Größenunterschied unterstreicht, behielt sie Peter Jackson für den Film. Interessant ist auch, dass es einmal kleinere Hobbithöhlen gibt und größere.


Unser Ausflug ins Auenland wurde dann noch erfolgreich abgerundet mit einem Bier im Green Dragon.

Für mich hat sich dieser Ausflug absolut gelohnt. Ich gucke mir selber gerne immer wieder die Fotos aus Hobbiton an. Das einzige, was ich ein bisschen schade fand war, dass man keine eingerichtete Hobbithöhle von innen sehen konnte. Aber man kann ja nicht alles haben.

                                    "Not all those who wander are lost."


"I think I'm quite ready for another adventure."





3. November 2017

Raglan, 22.10.2017 – 25.10.2017


Unser nächstes Ziel war Raglan, das regelrechte Surfer-Mekka. Eigentlich nur ein beschauliches Örtchen an der Westküste der Nordinsel, aber bekannt für seine Surfstrände. Auch hier war das yha Hostel bereits ausgebucht, weswegen wir nicht direkt am bekannten Surf-Strand der Manu Bay waren, sondern im Zentrum der Stadt, an einem kleinen Küstenabschnitt. Aber unser Hostel war richtig cool. Es gab sozusagen einen Innenhof mit Hängematten, Hollywoodschaukel, Whirlpool und Sauna. Rundherum ging es dann zu den einzelnen Zimmern. Außerdem gab es einen gemütlichen Aufenthaltsraum mit Kamin und Sofas.
Aber am coolsten waren die ganzen Leute, alle waren irgendwie viel entspannter und insgesamt war es irgendwie eine angenehme Atmosphäre. Direkt am ersten Abend haben Nele und ich nette Leute kennengelernt, mit denen wir auch unsere folgenden Abende in Raglan verbrachten. Das waren ausnahmsweise nicht nur Deutsche, sondern Kanadier, Engländer, Belgier, ein Franzose, aber natürlich auch zwei andere Deutsche, wie könnte es anders sein. Meistens spielten wir Karten. Irgendwie echt cool, obwohl wir aus den unterschiedlichsten Ländern kamen, kannten wir alle die gleichen Spiele.

Mit dem Wetter hatten wir mal wieder Pech. Während morgens die große Mehrheit des Hostels vom Shuttlebus abgeholt wurde und zum Surfen an den Strand gebracht wurde, dachten Nele und ich es wäre eine gute Idee bei strömenden Regen zu Fuß zum Strand zu laufen. Jetzt kann ich sagen, es war keine gute Idee. Der Weg stellte sich doch deutlich länger heraus, als wir vorher angenommen hatten und ging die ganze Zeit an der Straße entlang, wo es teilweise gar keinen Fußweg gab. Nach über einer Stunde, bereits komplett durchnässt und durchgefroren, kamen wir dann endlich an. Die Wellen waren aber wie versprochen echt riesig und perfekt zum Surfen. Die anderen im Hostel wollten uns überreden auch mitzukommen zum Surfen und uns selbst das Surfen beizubringen. Aber uns war es noch viel zu kalt, unser Plan ist es im Februar/März den Surfkurs zu machen, wenn wir wieder auf der Nordinsel sind und das Wetter besser ist.
Na ja nun standen wir dort am Strand und wussten, dass wir den Weg, den wir hergelaufen waren, auch wieder zurück mussten. Denn der Bus fuhr nur zweimal am Tag und das war noch mehrere Stunden hin und wir hätten den Strand noch weiter runter laufen müssen. Doch glücklicherweise rief mich genau dann Jan an.
Jan und Niels haben in der Zeit bei einer Familie in der Nähe vom Raglan gewwooft. Da das Wetter aber so schlecht war und die beiden nur draußen arbeiten konnten, hat ihnen ihre Gastfamilie geraten, bereits an dem Tag weiterzufahren. So waren die Beiden gerade auf dem Weg zu ihrem Hostel in Raglan (das gleiche, in dem Nele und ich auch waren) und konnten uns mit dem Auto mitnehmen. Eine Rettung genau im richtigen Moment!
Nach einer wunderbaren Tagestour am Dienstag (darüber mehr im nächsten Post!) feierten wir abends mit der üblichen Runde in den Geburtstag von Jan (nicht unser Jan) rein. Ein echt netter Abend, mit dem ein oder anderen Glas Wein. Es wurde Gitarre gespielt und dazu gesungen. Genau so haben Nele und ich uns eigentlich immer einen Abend in Neuseeland vorgestellt!


Doch all zulange konnte nicht gefeiert werden, denn am nächsten Tag sollte es früh los gehen.
Nachdem Neles und meine schriftlichen Jobbewerbungen weiterhin keinen Erfolg hatten, gab es jetzt etwas Hoffnung. Wir hatten eine Jobanzeige aus Tauranga auf der Internetseite gesehen und eine dazugehörige Telefonnummer. Es wurden mehrere Leute mit eigenem Transport gesucht. Da die Jungen auch noch keinen Job gefunden hatten, dachten wir, wir könnten uns einfach mal zu viert bewerben. Nach einigem Hin und Her und zig Telefonaten, fuhren wir also am Mittwochmorgen nach Tauranga, ohne richtigen Plan, der festen Zusage für einen Job oder einer Reservierung eines Hostels für die kommende Nacht. Alles war etwas spontan und wir alle hofften nur, dass das nicht schief gehen möge.


27. Oktober 2017

Hamilton, 21.10.2017 – 22.10.2017

Als wir in Hamilton angekommen sind, mussten wir erst einmal ein ganzes Stückchen mit unserem ganzen Gepäck zum Hostel laufen. Wir waren nicht wie sonst in einem der yha-Hostels für die wir eine Mitgliedskarte haben, sondern in einem etwas kleineren familiären Hostel. Die anderen Gästen waren deutlich älter als wir und das Wlan funktionierte nicht, aber für den gewöhnlichen Preis eines Mehrbettzimmers hatten  wir ein sehr geräumiges Zweibettzimmer. Hier blieben wir für eine Nacht.

Um die kurze Zeit die wir in Hamilton hatten gut auszunutzen, machten wir uns dann direkt auf den Weg zu den Hamilton gardens, die Hauptattraktion der Stadt. Eigentlich hätte man für den Weg nur gute 20 Minuten gebraucht, aber Nele und ich sind die ganze Zeit falsch gelaufen, sodass unsere Laune immer schlechter wurde. Ich muss zugeben, es war vor allem meine, ich war super hungrig und war glaube ich ziemlich launisch, sorry Nele, dass du das aushalten musstest. Irgendwann kamen wir dann schließlich doch an und meine Laune wurde durch den Anblick der ganzen schönen Pflanzen auch langsam besser.






















Abends kochten
wir uns dann nur noch eine Reispfanne mit Paprika und hot chili sauce. Neles tränenden Augen und rotem Kopf nach zu urteilen, war es vielleicht doch etwas viel Chilisauce, aber lecker war es trotzdem.


Am nächsten Morgen checkten wir aus und machten uns, jeder bepackt mit einem Backpack, einem normalen Rucksack und 2 Tüten voll mit Essen auf zum Hamilton Lake, um dort noch etwas zu entspannen und Karten zu spielen, da unser Bus nach Raglan erst nachmittags fuhr. Leider war das nicht so gemütlich wie wir es uns vorgestellt hatten, denn es fing an zu regnen. Doch wir haben uns nicht vom Regen beeindrucken lassen und saßen wenigsten für ein paar Stunden am See, ein wenig von den Bäumen geschützt.



Danach liefen wir mit unseren ganzen Sachen zurück in die Stadt zu Starbucks, wo wir uns mit zwei anderen Backpackern, die wir in Whangarei kennengelernt hatten und auch gerade in Hamilton waren, treffen wollten. Auf dem Weg mussten wir uns leider von unserer Chilisauce verabschieden, denn die Plastiktüten waren aufgerissen. Das machte auch den Transport der ganzen Sachen nicht gerade einfacher.
Nach ein paar netten gemeinsamen Stunden mit Robert und Cathy, einem heißen Getränk und einem Snack bei Subway fuhren wir dann nach Raglan.




26. Oktober 2017

Mangawhai, 15.10.2017 – 21.10.2017

So, ich melde mich auch mal wieder zurück. In letzter Zeit ist viel passiert und irgendwie hatte ich gar nicht richtig Zeit zu schreiben.. Und jetzt ist es so viel geworden, dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich anfangen soll. Deswegen werden die nächsten Posts vielleicht etwas kürzer, aber ich probiere so gut es geht die wichtigsten Sachen aufzuschreiben und euch vor allem an einigen Bilder teilhaben zu lassen. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, dann wirklich jeden Abend direkt über den Tag zu schreiben, mal gucken wie gut das klappt, aber erstmal muss ich meinen Rückstand aufholen. 

Der Haustrackt (rechts in der Ecke)
Nach unserer super ersten Wwoofing Erfahrung ging es direkt zur nächsten Familie nach Mangawhai, zu einer Freundin von Anna. Als wir dort ankamen wurden wir von einem süßen kleinen Hund namens Luckie schwanzwedelnd begrüßt. Und auch Annas Freundin Nora begrüßte uns sehr herzlich und zeigte uns ihren Haustrack, in dem wir die nächsten Tage schlafen würden.
Nora war eine sehr nette, aber auch ziemlich chaotische und verplante Frau. In der Küche hing ein Schild, auf dem geschrieben stand: „Der Abwasch kann warten, das Leben nicht.“ Der Spruch fasste eigentlich ganz gut die Einstellung der Familie und den Zustand des Hauses zusammen. Aber dafür waren wir ja da. Morgens fuhr Nora die beiden älteren Kinder, Frieda (9) und Mateo (5) zur Schule und machte sich dann selbst auf den Weg zur Arbeit. Eli, ihr Ehemann, fuhr kurz danach zur Arbeit. Wir sollten dann auf ihren jüngsten Sohn James (3) aufpassen. Unsere anderen Aufgaben in der Woche waren die Fenster zu putzen, abwaschen, Wäsche aufhängen, die Küche putzen und eine schöne deutsche Ordnung herstellen, Unkraut jäten, Mulch auf die Bete schichten, beim Kochen helfen und vieles mehr.


  Eigentlich war es so gedacht, dass wir 4 Stunden vormittags arbeiten und den Nachmittag frei hatten, aber dann fielen Nora meist noch ein paar Sachen ein, die gemacht werden mussten, sodass wir einige Nachmittage auch dort verbrachten.


Für zwei Tage kamen uns dann noch Jan und Niels besuchen. Sie durften auf dem Gelände ihr Auto parken und darin schlafen, die Küche im Haustrack und das Badezimmer benutzen und mussten im Gegenzug dafür einen Tag für zwei Stunden im Garten arbeiten. An den Nachmittagen fuhren wir zum Strand, zu den schönen Mangawhai Heads und wollten dort einen Wanderweg entlang laufen, welchen national geografic dieses Jahr zum schönsten Wanderweg gekürt hatte. Doch leider war dieser wegen Lawinengefahr gesperrt.



So fuhren wir noch zu einem kleinen Wasserfall in der Nähe.
Überings haben wir auch in Mangawhai entdeckt, dass unter der Matratze noch Sitze waren, die man hochklappen konnte. So konnten Nele und ich endlich auf gewöhnlichem Wege im Auto mitfahren.

Ansonsten waren Nele und ich in Mangawhai noch ein wenig wandern und an einem Tag auf dem Schulfest der Kinder. Die Kinder durften an diesem Tag ihre Tiere mit in die Schule nehmen. Man sah aber keine Katzen, Hunde oder Meerschweinchen, nein überall waren Kälbchen, Schafe und Ziegen, doch das schien hier völlig normal zu sein. Und Frieda hat mit ihrer selbstgemachten Vogelscheuche den dritten Platz erreicht und war unglaublich stolz.




Falls ihr genauer wissen wollt, wie einer unserer Tage in Mangawhai aussah, guckt euch doch gerne Neles Video an: https://www.youtube.com/watch?v=a3qEZ4ddD2o

Nach sechs Tagen mit viel Kindergebrüll fuhr uns Nora am Samstagmorgen zur Busstation und für Nele und mich ging es weiter nach Hamilton.






 

19. Oktober 2017

Erste Wwoofing Erfahrungen, Wellsford, 12.10.2017 – 15.10.2017

Nun saßen wir also im Bus von Paiha nach Wellsford, auf dem Weg zu einer komplett fremden Familie, bei der wir für die nächsten Tage wohnen sollten. Ich war schon etwas aufgeregt, als ich aus dem Bus stieg, von dem uns unsere „Gastmutter“ abholen wollte. Wir liefen zum nächsten Auto direkt an der Busstation, an welches sich eine Frau lehnte. Weil sie jedoch keine Anstalten machte uns zu begrüßen, fragten wir die Frau, „Are you Anna“? Sie guckte uns etwas verwirrt an und verneinte. Da rief aber schon „die richtige Anna“ von der anderen Straßenseite und winkte uns freudig zu. Wir fuhren zu ihrem Haus, welches sich ca. 10km abseits von Wellsford in dem kleinen Dörfchen Kaipara befand. Hier sollten wir unsere ersten Wwoofing Erfahrungen machen und ich kann sagen, es war echt eine super Zeit, sogar viel besser als ich erwartet hätte!
Aber jetzt einmal zurück zu der Familie.
Anna, war eine sehr liebe Neuseeländerin, die wirklich super gut kochen konnte. Nele und ich freuten uns jeden Tag auf die von ihr zubereiteten Mahlzeiten und vermissen sie jetzt schon! Zum Frühstück gab es Köstlichkeiten wie Kartoffeln und Ei mit Käse überbacken, selbstgemachten Porridge mit Mandel, Rosinen und frischem Obst aus dem Garten oder Waffeln mit selbstgemachter Pflaumenmarmelade oder mit Joghurt und Banane. Ein Traum!




Florian, ihr Mann, kam ursprünglich aus Deutschland, lebt jetzt aber bereits seit über 10 Jahren in Neuseeland. Wir haben uns wirklich oft und lange mit Florian unterhalten und über die verschiedensten Themen, wie Politik, Geschichte, Wirtschaft oder Nachhaltigkeit, diskutiert. Er hat uns auch gezeigt, was alles in ihrem Garten wächst und das war allerhand. Apfelbäume, Birnenbäumen, Orangen, Zitronen, Pflaumen, Quitten, Tomaten und wirklich so viel mehr! Das Beste war, wir konnten jederzeit in den Garten gehen, eine Orange pflücken, auspressen und den Saft trinken. Oder natürlich sie einfach so essen.





Neben dem Obst und Gemüse hatten sie auch noch Hühner, Schafe und kleine Lämmchen. Die Lämmer durften wir sogar selber mit der Flasche füttern. Die waren so unglaublich süß. Während das eine Lämmchen ganz gierig am liebsten die gesamte Flasche geleert hätte, musste man das andere erst einfangen, ihm den Mund aufhalten und die Flasche in einer ganz bestimmten Position halten, damit es trank.



Lämmchen füttern war aber keineswegs unsere einzige Aufgabe. Bereits am Tag unserer Ankunft haben wir nach einer kleinen Stärkung noch um die drei Stunden Unkraut gejätet. Unser größter Feind war das onionweed. Wir mussten jeden Tag circa 4 Stunden arbeiten. Wir haben Fenster geputzt, die gesamte Speisekammer aufgeräumt und sauber gemacht und noch mehr Unkraut gejätet. Mittags und abends wurden wir dann wieder mit Annas Köstlichkeiten verwöhnt: Lammkeule mit Polenta und Salat aus dem Garten, Gulasch mit Nudeln oder selbstgemachte Pizza… Außerdem wurde seeeeehr viel Tee getrunken: breakfast tea, after breakfast tea, lunch tea, afternoon tea, evening tea…
Die Nachmittage und Abende verbrachten wir auch fast immer auf ihrem Grundstück, denn es war wirklich sehr abgelegen und ohne Auto konnte man dort nicht viel machen. Aber das war kein Problem, denn Oskar, ihr Sohn, der nur etwas jünger war als Nele und ich, war ein ganz begeisterter Spieler und so spielten wir jeden Abend nach dem Abendessen Catan oder Ticket to ride. Das war wirklich immer schön und ich habe mich wirklich gut integriert in das Familienleben gefühlt. Insgesamt waren wir eigentlich nur für vier Tage dort, aber es kommt wir viel länger vor und die Familie ist mir in dieser kurzen Zeit schon etwas an Herz gewachsen. Man hatte sich schon total an den Alltag gewöhnt: Morgens um 8 Uhr gab es Frühstück, danach wurde gearbeitet mit einer kurzen Mittagspause und am Nachmittag hatten wir frei. Aber es war nicht so, dass wir nicht wussten was mir machen sollten, wir konnten uns immer mit jemanden nett unterhalten.
Was auch echt super war, Nele und ich hatten unser Zimmer in einem separaten Haus (aber direkt nebenan) über Florian Büro. Und ein echt schönes eigenes Badezimmer!

Dort oben, bei dem kleinen zugewachsenen Balkon, war unser Zimmer

Auch der Sonntagmorgen begann ganz gewöhnlich. Nele und ich hatten bereits einige Stunden im Garten gearbeitet, als Anna kam und meinte es sei genug für heute. Und sie hatte Neuigkeiten dabei: Eine Freundin der Familie suchte auch Wwoofer, die auf ihre Kinder aufpassten und im Haushalt mithalfen. Und das am Besten noch heute! Also haben wir schnell unsere Sachen zusammengepackt, noch einen leckeren Salat zum Lunch gegessen und dann ging es schon los. Bevor Anna uns bei ihren Freunden absetzte, gingen wir noch alle zusammen ins Kino, bzw. in den Versammlungsraum des Dorfes in dem eine Leinwand aufgebaut war. Es lief eine Dokumentation über das Verschwinden der Artenvielfalt von Obst und Gemüse, genetisch verändertes Saatgut von Monsanto und den Versuch einiger Freiwilligen eine Samenbank zu eröffnen, um dem entgegen zu wirken. Es war sehr interessant und erschreckend zu sehen, dass nur eine handvoll großer Unternehmen über fast die gesamten Nahrungsmittel entscheiden kann und welche Folgen dies hat.

Danach hieß es Abschied nehmen. Florian meinte wir sollen uns unbedingt zwischendurch melden, Oskar war der Meinung, wir würden uns eh nochmal sehen und Anna legte uns Nahe, dass wir uns jederzeit melden können, falls wir kein Geld mehr hätten oder wir einen Schlafplatz bräuchten.

Wir hatten wirklich so unglaubliches Glück mit unserer Gastfamilie, ich hätte mir meine erste Wwoofing Erfahrung echt nicht besser vorstellen können. Nele und ich planen jetzt schon, vielleicht auf dem Rückweg einen kleinen Abstecher zu Anna, Florian und Oskar zu machen und sie noch einmal zu besuchen.

17. Oktober 2017

Paiha, Bay of island, 09.10. 2017 – 12.10.2017

Am Montagmorgen trennten sich unsere Wege. Für Jan und Niels ging es nach Ahipara, während Nele und ich nach Paiha fuhren.
Paiha ist für Nele und mich der nördlichste Teil Neuseelands, den wir bereisen. Wir wollten eigentlich gerne nach Cape Reigna, zum aller nördlichsten Punkt und zum Ninthy Miles Beach, aber es gibt leider keinen Bus der so weit hochfährt, außer man bucht eine Tour dazu und die sind wirklich sehr teuer.

Stattdessen entschieden wir uns für ein Bootstour zum „Hole in the rock“ durch die Bay of island. Auf der Fahrt sollte man auch einige Delfine sehen können.

An dem Morgen war das Wetter echt ideal, die Sonne schien und es war keine Wolke am Himmel zu sehen.
Wir setzten uns also auf das oberste Deck, um das Wetter zu genießen und möglichst viele Delfine zu sehen. Doch leider zog ziemlich schnell eine Wolkendecke auf, es wurde super windig und kalt. So konnten wir nicht durch das Hole in the rock fahren, da die Gefahr bestand, sonst gegen die Felsen gespült zu werden. Leider schien es auch den Delfinen zu windig zu sein, sodass wir keinen einzigen gesehen haben. Und das obwohl die Bootstour dolphin experience hieß, was eine Frechheit.
Doch unsere Laune wurde gerettet durch die atemberaubenden Ausblicke auf grüne Berge und türkises Wasser. Das Highlight war unser Stopp auf einer der kleinen, fast paradiesischen Inseln.











Nachdem wir den vorherigen Tag rund 20km gewandert sind, durch den Wald, am Strand entlang und zu den Haruru Falls, erkundeten wir am letzten Tag nur ein wenig das kleine Küstenörtchen und legten uns am Strand in die Sonne.


Die Haruru Falls
Ziemliche coole Vögel,
die wir auf unserer Wanderung
entdeckt haben
Ein Steg durch
die Mangrovenwälder





























Denn am nächsten Tag sollte es für uns schon weitergehen, aber dieses Mal nicht in ein Hostel!
Nele und ich wollten uns ja ursprünglich in Paiha auf Jobsuche begeben, doch wir konnten in dem Hostel einfach nicht die Internetseite des Jobportals aufrufen, weder auf einem unserer Laptops noch auf dem Handy. So entschieden wir uns relativ spontan dazu, uns bei einer kostenpflichtigen Wwoofing Seite anzumelden, von denen uns schon einige andere Backpacker erzählt hatten. Wir verschickten erst einmal drei Anfragen an verschiedene Farmen und Familien. Die Antworten auf unsere Nachrichten waren alles Absagen. Entweder wurde im Moment keine Hilfe benötigt oder sie hatten bereits andere Wwoofer bei sich. Daraufhin verschickten Nele und ich erst einmal mehr als zehn Anfragen an Leute, die sich in etwa in unserer Nähe befanden. Und wieder trudelten Absage über Absage bei uns ein. Als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, erhielten wir dann doch endlich eine positive Rückmeldung von einer Familie, die in einem Dorf in der Nähe von Wellsford wohnt.


Ich freue mich wirklich total darüber, dass endlich etwas funktioniert hat in Bezug auf Jobs bzw. Wwoofing. Ich denke, das wird eine tolle neue Erfahrung und ich bin echt gespannt auf die Zeit. So können wir zum Einen Geld sparen und gleichzeitig ist es uns möglich, am Alltag einer typisch neuseeländischen Familie teilzuhaben.