24. März 2018

Alles Möhre, oder was?- Ohakune, 20.02.2018 – 08.03.2018

Da das mit dem Arbeiten auf der Südinsel nicht funktioniert hat, mussten wir jetzt eben auf der Nordinsel arbeiten. Wir hatten befürchtet, dass wir nochmal an die Ostküste zur Hawkes Bay müssen, da es dort die meisten Jobs gibt, womöglich sogar in so ein tolles working Hostel wie die Bell lodge, doch das blieb uns glücklicherweise erspart. Wir hatten uns über backpackerboard für einen Packhouse job in Ohakune beworben, aber davon hatten wir uns nicht allzu viel versprochen, da man so gut wie nie eine Antwort erhielt, wenn man nicht anrief. Doch überraschenderweise bekamen wir dieses Mal eine Antwort. Und es war sogar eine Zusage. So fuhren Nele und ich am Dienstagmorgen von Wellington mit dem Bus nach Ohakune. Von dort aus holte uns Peggy, mit der ich geschrieben hatte, die Ehefrau von einem der Inhaber, ab und fuhr uns zum Packhouse. Auf der Fahrt erzählte sie, dass Lydia sich schon sehr freue uns wiederzusehen. Daraufhin schauten Nele und ich uns verdutzt an. Lydia und Nils waren hier?
Später stellte sich dann heraus, dass die Beiden uns überraschen wollten. Ich hatte Lydia erzählt, dass wir eine Zusage in Ohakune hatten und dort arbeiten würden. Wir hatten sogar noch abgemacht, dass Nele und ich nachfragen, ob sie noch mehr Leute brauchen und Lydia und Nils auch dort anfangen könnten. Da haben uns die Beiden schon etwas vorgegauckelt, denn sie hatten auch eine Zusage und fingen sogar einen Tag vor uns an zu arbeiten. Das war echt eine gelungene und schöne Überraschung.


So hat es dann doch noch geklappt, dass wir nochmal zusammen arbeiteten, nur eben statt apple picking in Nelson ein packhouse job in Ohakune. Wir haben sogar Glück gehabt, dass es in Nelson nicht geklappt hat. Denn der Norden der Südinsel wurde erneut von starken Unwettern heimgesucht, einige Städte wurden sogar komplett abgeschnitten. Auch bei uns war es ziemlich windig und regnerisch, ein weiterer Pluspunkt für den Job im Packhouse, denn egal ob es regnete oder nicht, wir konnten den ganzen Tag arbeiten. Wir arbeiteten fünf Tage die Woche zwischen sechseinhalb und acht Stunden pro Tag. Einmal haben wir sogar an einem Sonntag für vier Stunden gearbeitet.

Das Packhouse ist für Möhren und Kartoffeln, jedoch waren Nele und ich eigentlich nur bei den Möhren. Nur am ersten Tag durfte ich für ein paar Stunden Kartoffeln aussortieren.
Wir standen also eigentlich den ganzen Tag vor einem Fließband, wo tausende Möhren am Tag an uns vorbeiliefen. Unsere Aufgabe war es, Möhren mit kleinen schwarzen Punkten, verrottete, kaputte und komisch geformte Möhren auszusortieren. An dem Tisch, an dem wir arbeiteten, standen wir meistens zu viert, manchmal auch nur zu dritt oder zu zweit.
Am Anfang, als ich an den Tisch kam, habe ich einfach nur ganz viele Möhren gesehen und war vollkommen überfordert. Aber nach einiger Zeit, sah man die kleinsten schwarzen Stellen, wurde schneller und automatisierte die Handgriffe.
An manchen Tagen waren es selbst zu viert so viele Möhren, dass man gar nicht hinterher kam, an Anderen langweilte man sich sogar nur zu zweit, weil so wenig schlechte dabei waren.


Insgesamt war es wie zu erwarten einfach sehr eintönig und damit auch langweilig. Und anstrengend, man darf echt nicht unterschätzen, wie anstrengend das ganze Stehen ist. Vor allem Beine, Rücken und Schultern schmerzten. Dafür hatten wir auch drei Pausen am Tag. Wir starteten jeden Tag um 8:30 Uhr, unsere erste Pause war von 10:00 – 10:15 Uhr, eine Mittagspause von 12:00-13:00 Uhr und die letzte Pause war von 15:00-15:15 Uhr. Es sind viele Pausen, aber die braucht man auch wirklich. Das Beste ist, die beiden fünfzehn Minuten Pausen werden sogar bezahlt und jeden Tag brachte die Frau von einem der Inhaber die leckersten selbstgebackenen Sachen. Muffins, kleine Küchlein, überbackene Teigtaschen...Und selbst wenn sie in einer Pause mal nichts brachte, gab es immer noch mindestens eine Packung Kekse.
Die anderen Mitarbeiter waren alle super nett, aber Lydia, Nils, Nele und ich waren ausnahmsweise mal die einzigen Deutschen. Und auch die Jüngsten.


Untergebracht waren wir in kleinen Bungalows neben dem Packhouse. Sie waren sehr einfach und Neles und meins leider etwas dreckig. Duschen, Toilette und eine Küche gab es im Packhouse. Das war das einzig nervige, wenn man abends nochmal aufs Klo musste, musste man erst einmal ein Stückchen durch die Dunkelheit tapsen bis zum Packhouse. Wlan hatten wir auch nicht. Die Unterkunft war eben einfach, aber dafür auch günstig. Wir bezahlten 70 Dollar pro Woche, pro Person, also umgerechnet hat jeder von uns 5,90€ pro Nacht bezahlt, da kann man sich wirklich nicht beschweren. Aber das aller Wichtigste, das Geld kam auch immer pünktlich und passend, eine echt nette Abwechslung zu unserem vorherigen Job.
Die freien Tage bzw. Stunden nach dem Arbeiten nutzen wir meist einfach dazu uns zu entspannen. Nele, Lydia, Nils und ich guckten in den zwei Wochen zusammen alle 8 Harry Potter Filme, denn es konnte auf gar keinen Fall so bleiben, dass Lydia nur einen Harry Potter Teil kannte. 

Und an unserem ersten freien Tag, dem ersten Samstag, fuhren wir zum Tongariro Nationalpark. Denn wie Papa, der schon seit Monaten auf Fotos von Crossing wartete, richtig recherchiert hatte, lag der Tongariro Nationalpark nur eine halbe Stunde von Ohakune entfernt. Lydia und Nils hatten das Crossing bereits einmal gemacht, begleiteten uns aber netterweise noch einmal, weil es ihnen eh so gut gefallen hatte.
So standen wir morgens um 6 Uhr auf (früher als zur Arbeit) und fuhren gegen 7 Uhr los. Auch hier mussten Nele und ich uns auf eine Matratze ins Auto legen, aber daran sind wir inzwischen ja gewöhnt. Um uns das Shuttle zu sparen, setzte uns Nils am Start ab und fuhr dann bis zum Ende, wo er das Auto abstellte und uns vom Ende entgegen kam. Inzwischen starteten Lydia, Nele und ich noch im Nebel von der anderen Seite.

Das Tongariro Alpine Crossing, die bekannteste Tageswanderung durch Mittelerde, 19,4km durch Mordor, entlang des Schicksalsberg.


Wir haben uns lange darauf gefreut, aber hatten auch ein wenig Respekt vorher. Immer hin war der Walk mit der höchsten Schwierigkeitsstufe ausgeschrieben. Uns wurde von super anstrengenden Stufen, die man hoch laufen muss, die gefühlt niemals enden und das Atmen schwer machen, erzählt. Aber so schlimm fanden wir es gar nicht. Ich hätte es mir so viel anstrengender vorgestellt, ich fand den Roy‘s Peak track sogar anspruchsvoller. Aber alles von vorne.
Um 8 Uhr liefen wir drei los. Die ersten drei Kilometer waren noch sehr entspannt, dann fingen die Treppen an. Jedoch waren einfach so viele Leute auf dem Track, dass man zwischendurch immer kurz stehen bleiben musste, weil vorne jemand so langsam ging.


Nachdem wir diese überstanden hatten, machten wir eine kurze Frühstückspause. Nach der kurzen Stärkung war unser Plan, den eigentlichen Track zu verlassen und auf den Mount Doom, besser bekannt als den Schicksalsberg, in dem Sauron den Einen Ring der Macht geschmiedet hatte, zu besteigen. Wie Frodo und Sam wollten wir den steilen Weg hinaufklettern. Das wären nochmal drei bis vier extra Stunden gewesen, doch genau dann zogen die Wolken auf, sodass man oben gar nichts mehr gesehen hätte. So überlegten wir es uns anders und setzten den eigentlichen Weg fort.

Es ging weiter durch riesige Lavafelder, einige weitere Treppenstufen folgten, bis uns ein sehr steiler unbefestigter Weg zum höchsten Punkt des Tracks brachte, wo wir unsere Mittagspause mit einem wunderbaren Blick auf den Schicksalsberg machten.



Nachdem wir auch den red crater ausgiebig bestaunt hatten, hieß es bergab laufen oder eher rutschen.


Dieser Weg war wirklich sehr steil und rutschig. Dort trafen wir dann Nils wieder, gerade pünktlich für ein Foto vor den emerald-green lakes. In der grauen steinigen Vulkanlandschaften, sehen die Seen mit ihren knalligen Farben so fehl am Platz aus, aber auch richtig cool.



Die Seen waren das letzte Highlight des Tracks, die letzten 9km zurück zum Parkplatz waren fast etwas langweilig. Nach circa 7 Stunden insgesamt, kamen wir dann beim Auto an und fuhren natürlich erschöpft, aber weniger erschöpft als erwartet, zurück zum Packhouse. Der Track hat mir wirklich gut gefallen, aber er war leider unglaublich überlaufen. Aber es ist ja klar, dass sich das niemand entgehen lassen möchte.

Zurück auf der Nordinsel – Wellington, 18.02.2018 – 20.02.2018

Von Marahau wollten wir mal wieder bis nach Picton trampen und von dort aus dann die Fähre nach Wellington nehmen. Wir waren uns nur ein wenig unsicher, ob alles klappt, da Marahau ein ziemlich kleiner Ort war, wo demnach auch nicht so viele Leute lang kommen. Außerdem war die Strecke nach Picton relativ lang und wir mussten pünktlich da sein, um nicht die Fähre zu verpassen. Aber wir stellten uns morgens extra früh an die Straße und hatten extra die letzte Fähre um 18:45 Uhr gebucht, sodass zeitlich eigentlich alles passen sollte. Und das tat es auch. In Marahau wurden wir bereits nach weniger als 15 Minuten von einer Frau bis nach Motueka mitgenommen. Sie erzählte, dass sie selber oft trampe und lies uns extra an einer Stelle raus, von der man gut weitertrampen konnte. Dort warteten wir auch nur um die 10 Minuten, bis ein junges deutsches Pärchen mit einem riesigem Campervan uns mitnahm. Sie waren echt super nett und wir konnten bis Picton mit ihnen durchfahren.

Bereits um 13:30 Uhr kamen wir in Picton an, hatten also noch massig Zeit bis unsere Fähre fuhr. Nele und ich kaufen uns fish and chips und setzten uns an Wasser. Nach einer Stunde gesellte sich dann Toni zu uns, die bereits einen Tag länger in Picton gewesen ist und mit uns die Fähre nach Wellington nahm.
Um 18 Uhr konnten wir dann endlich einchecken und es ging auf die Fähre. Wir drei saßen fast die ganze Fahrt draußen und genossen zum letzten Mal den Ausblick auf die Malborough Sounds bei Sonnenuntergang, bis wir die Südinsel schließlich endgültig hinter uns ließen.



Gegen 22 Uhr legte die Fähre endlich in Wellington an. Wir waren alle schon super müde, aber zunächst mussten wir noch das Shuttle vom Bahnhof nehmen und dann noch eine halbe Stunde zum Hostel laufen. Kurz vor 23 Uhr kamen wir dann endlich im Hostel an. Die Rezeption hatte glücklicherweise gerade noch offen, sodass wir schnell unsere Schlüsselkarten erhielten und dann nur noch ins Bett fielen.

Am nächsten Tag wollten Nele und ich dann unserem Plan nachgehen, den wir bei unserem letzten Wellingtonaufenthalt aufgestellt hatten: Ausgiebig shoppen gehen.
Doch dann fanden wir nicht wirklich was oder waren mal wieder zu knauserig mit unserem Geld, sodass wir doch nichts kauften. Das machte uns beiden dann richtig schlechte Laune. Im zweiten Anlauf fanden wir dann aber beide doch noch etwas und die gute Laune war auch wieder zurück.
Dann gönnten wir uns zum Mittag einige Leckereien vom New World, die wir am Oriental Bay genossen. Toni kam dann auch noch dazu und wir saßen einfach ein wenig und quatschten.


Nach dem Abendbrot machten wir drei auf den Weg zum Mount Victoria, um uns von dort oben den Sonnenuntergang anzusehen. Ein Zwischenstopp musste jedoch noch vor der legendären Haiwand gemacht werden, die Nele und ich so super fanden.



Zurück im Hostel fanden wir Mikrowellenpopcorn im free food, ich meine dazu kann man ja wirklich nicht nein sagen. Nachdem wir alles verputzt hatten, ging es auch schon ins Bett, denn Nele und ich mussten früh weiter. Leider mussten wir uns dort aber auch von Toni verabschieden, die noch in Wellington blieb.


12. März 2018

Der Abel Tasman Nationalpark und ein Sprung ins Ungewisse – Marahau, 15.02.2018 – 18.02.2018

Von Mapua aus trampten wir bis Motueka. Bereits das dritte Auto hielt an und nahm uns mit. Es war eine alte Frau, bestimmt schon 80 Jahre alt, die gerade auf dem Weg zu ihrer 103 jährigen Mutter war. Von der ersten Sekunde an erzählte sie uns all mögliches über ihre Mutter, ihre Töchter, ihre Camping Ausflüge als Kind und weiß der Henker was. Also sie war ja nett, aber wirklich sehr gesprächig. Als sie uns nach einer halben Stunde vor New World absetzte, hatte ich das Gefühl ihre halbe Lebensgeschichte zu kennen. Zur Verabschiedung wollte sie uns dann noch umarmen, das fand ich schon ein wenig gruselig, aber wahrscheinlich hat sie sich einfach gefreut, dass sie sich wieder mit jemandem unterhalten konnte, bzw. ihr jemand zugehört hat, denn das Gespräch war etwas einseitig. Wir hatten meistens gar nicht die Möglichkeit etwas zu erwidern, weil sie so im Redefluss war.

Nachdem wir für die nächsten Tage einkauft hatten, wurden wir von einem kostenlosen Shuttle unseres Hostels in Marahau abgeholt. Der Besitzer des Hostels war echt cool und fuhr sogar noch eine Runde mit uns durch den Ort und zeigte uns vom besten Burgerladen, über den leckersten Eisstand bis hin zu den verschiedensten Kajakvermietungen. Das Hostel selbst wurde gerade erst eröffnet und war auch noch nicht ganz fertiggestellt. Aber es gab jetzt schon Billardtische, Kicker und haltet euch fest, einen eigenen Kinoraum mit einer riesigen Leinwand und jeder Menge Sofas! Später sollen noch ein Fitnessraum, ein Yoga Zimmer und ein Massage Studio dazukommen.
Nachdem wir uns das Hostel fertig angeschaut hatten, gingen wir das erste Mal in den Abel Tasman Nationalpark, Neuseelands kleinsten, bekanntesten und wahrscheinlich schönsten Nationalpark. Wir liefen bis zur ersten Bucht und legten uns entspannt an den Sandstrand. Leider war gerade low tide, sodass wir nicht baden gingen.
Auf dem Rückweg trafen wir Toni und gingen zusammen zum Hauptstrand des Örtchen, wo Nele und Toni schwimmen gingen. Dort gab es unglaublich viele Seesterne.


Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, denn unsere Kajaktour durch den Abel Tasman stand an. Bereits um 8 Uhr gingen wir vom Hostel los, denn wir mussten noch eine knappe halbe Stunde zur Ausleihe laufen. Denn Nele und ich waren mal wieder Sparfüchse und hatten den günstigsten Anbieter rausgesucht, aber da musste man halt etwas hinlaufen.
Dort bekamen wir von einem nettem jungem Mann mit sechs anderen Leuten eine Einführung wie alles funktionierte. Nachdem wir die Sachen im Kajak untergebracht hatten und mit Rettungswesten ausgestattet wurden, fuhren wir zum Strand. Dort folgte im Wasser noch eine letzte Erklärung, bevor es los ging und Nele und ich auf eigene Faust los paddeln konnten.


Wir hatten uns gegen eine geführte Tour entschieden, zum Einen, weil die wirklich super teuer waren, aber vor allem, weil wir so in unserem eigenen Tempo paddeln konnten und Pause dort machen können, wo immer wir wollen.

Zuerst paddelten wir zur Adele island, wo wir vom Boot aus jede Menge Robben und sogar einige Robbenbabys beobachten konnten. Danach legten wir an einer kleinen super schönen Bucht für eine Mittagspause an. Diese Bucht konnte man auch nur übers Wasser erreichen, da der Wanderweg dort nicht hinführte. Und es war wirklich wunderschön. Goldener Sand und super klares Wasser! Einfach traumhaft.


Wir machten eine ausgiebige Schwimm- und Mittagspause, bevor wir weiter paddelten. Wir hielten noch ein anderen Bucht, um dort noch einmal zu schwimmen. Dann war es auch schon Zeit für den Rückweg. Da mussten wir uns ein wenig beeilen, weil wir ein bisschen spät waren, dabei wurde das Paddeln schon ein wenig anstrengend. Aber es war wirklich ein wunderschöner Ausflug, der sich absolut gelohnt hat!


Nach dem Abendessen guckten wir uns dann endlich im Kino des Hostels den letzten Hobbitteil an.

Den folgenden Tag stand für mich etwas ganz besonderes auf dem Plan. Während Nele sich bereits morgens auf den Weg machte für ihre Tageswanderung durch den Abel Tasman, wurde ich mittags von einem Shuttle abgeholt und nach Motueka gefahren.

Ich konnte es gar nicht glauben, ich hatte es mir schon vor Neuseeland vorgenommen und heute war endlich der Tag gekommen. Der Tag für meinen aller ersten Fallschirmsprung!
Ich bin ja ein absoluter Adrenalinjunkie, schon vor Jahren bin ich vom 10 Meterturm gesprungen und keine Achterbahn ist mir je zu hoch. Da hat ein Fallschirmsprung natürlich noch gefehlt. Und jetzt hatte ich die perfekte Gelegenheit, also ich meine ein Fallschirmsprung in Deutschland wäre ja schon cool gewesen, aber in Neuseeland, das ist nochmal etwas ganz besonderes!

Nachdem ich mit dem Shuttle ankam, musste ich erst einmal einige Papiere ausfüllen und wurde auf die Risiken eines solchen Sprungs hingewiesen. Danach wurde ich noch gewogen und dann hieß es warten. Draußen konnte ich noch einer anderen Gruppe bei der Landung zuschauen.
Gerade wollte sich die nächste Gruppe auf dem Weg zum kleinen Flugzeug machen, doch dann wurden sie zurückgeschickt. Das Wetter war den ganzen Tag bisher perfekt gewesen, Sonne, 26 Grad und kaum eine Wölkchen am Himmel. Doch jetzt hatte es sich ziemlich zugezogen und es tröpfelte sogar ein wenig. Oben in der Luft solle der Wind zu stark gewesen sein, dass sie niemanden springen lassen durften. Alles wurde um eine halbe Stunde verschoben. Aber nach der halben Stunde sah es immer noch nicht besser aus, so wurde der nächste Sprung auf 17 Uhr verschoben. Die Angestellten liefen schon herum und fragten die Leute, ob sie nicht an einem anderen Tag wiederkommen könnten. Das taten auch viele, manchen hatten auch keine Zeit und konnten weder warten, noch an einem anderen Tag wiederkommen. Die Enttäuschung stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Und auch ich hatte die Befürchtung, dass es bei mir mit dem Fallschirmsprung nichts mehr werden würde, denn auch Nele und ich fuhren am nächsten Tag weiter. Aber ich dachte mir, ich warte jetzt erst einmal ab, vielleicht wird es ja doch noch besser.
Und das Warten hatte sich gelohnt. Um 16:45 Uhr riss der Himmel wieder auf und bis 17 Uhr waren alle Wolken verschwunden und der strahlend blaue Himmel war zurück. Und dann ging es plötzlich alles ganz schnell. Ich wurde eingekleidet, lernte meinen Tandemsprungpartner kennen, der mir genaue Anweisung für den Sprung gab und dann ging es schon ab ins Flugzeug.


Ich hätte erwartet, dass ich spätestens an diesem Punkt mega nervös werde, aber ich weiß nicht, ob es an der ganzen Warterei gelegen hat oder woran auch immer, es war überhaupt nicht so. Das Flugzeug stieg höher und höher, aber ich war total ruhig und schaute mir einfach den wunderbaren Ausblick über die traumhaften Strände bis hin zu den Malborough Sounds an. Dann waren wir auf der richtigen Höhe angekommen. Mein Tandempartner öffnete die Tür des Flugzeugs. Ich war die Erste. Ich setzte mich an die Kante des Flugzeuges, klappte meine Füße unter eine Stufe, legte meinen Kopf nach hinten und überkreuzte meine Arme, wie mein Tandempartner es mir vorher gesagt hatte.
Und im nächsten Moment fiel ich schon. Das Gefühl? Einfach unbeschreiblich. Ich probierte jede Sekunde des freien Falls zu genießen und dieses Gefühl in mir zu speichern. Dann öffnete sich schon der Fallschirm. Ich konnte es immer noch nicht begreifen. Ich flog durch die Luft. Mein Begleiter fragte mich, ob ich Achterbahnen mögen würde und ein paar Sekunden später waren wir schon mitten in einem Überschlag. Nach den ganzen Drehungen war mir fast ein wenig schlecht, aber es hat unglaublich Spaß gemacht. Dann war es schon Zeit für die Landung, ich hob wie aufgefordert meine Beine und landete weich auf meinem Po.
Und schon war es vorbei, aber ich war trotzdem noch voller Glücksgefühle und konnte es kaum erwarten, Nele gleich im Hostel alles zu erzählen. Das tat ich dann auch bei einem ausgiebigen Abendbrot, denn neben den ganzen Glücksgefühlen hatte ich auch echt Hunger.
Danach schauten Nele und ich uns noch zusammen am Strand den Sonnenuntergang an, ein schönes Ende für einen erlebnisreichen und einzigartigen Tag.


Ich muss sagen, ich hatte vorher echt überlegt, ob ein Fallschirmsprung wirklich so viel Geld wert ist, aber ich bin super froh, dass ich es gemacht habe und dann noch hier in Neuseeland. Es war eine unglaubliche Erfahrung, an die ich später bestimmt noch oft zurückdenken werde. Verwunderlich fand ich nur, dass ich während des ganzen Sprunges oder noch im Flugzeug, nie wirklich Angst hatte, aber wahrscheinlich war ich einfach viel zu beschäftigt damit es zu genießen und all die Eindrücke auf mich wirken zu lassen.

11. März 2018

Mapua, 11.02.2018 – 15.02.2018

Rosalie, unser Wwoofing host, war eine nette Frau, ich schätze so Ende ihrer 50er. Ihr Mann war, in der Zeit als wir sie besuchten, geschäftlich in Sydney unterwegs. So war sie alleine Zuhause mit ihrem geliebten Hund Galway. Im Laufe der Tage hatten Nele und ich auch das Gefühl, dass wir nicht unbedingt da waren, um irgendwelche Aufgaben im Garten zu erledigen, sondern vor allem um ihr Gesellschaft zu leisten.

Nachdem sie uns mit dem Auto im strömenden Regen abgeholt hatte und wir bereits gegen halb drei bei ihr ankamen, mussten wir den Tag nicht mal mehr arbeiten. Sie meinte, wir sollten einfach nur unsere Sachen auspacken und uns einrichten. Ihr Haus war wirklich super schön. Groß, hell und durch die viele Verglasung lichtdurchflutet. Der Ausblick kam noch dazu. Da das Haus auf einem Berg lag, konnte man direkt auf das Meer sehen und im Hintergrund sogar noch die Malborough Sounds erkennen.
Nele und ich hatten aber sogar eine eigene kleine Wohnung in einem separaten Haus. Wir hatten eine kleine Küche, ein Sofa und Fernseher, ein Schlafzimmer und ein eigenes Badezimmer.
Auf Rosalies Wwoofing Seite im Internet stand, dass das Frühstück und Mittagessen selfcontained sind. Wir hatten das so verstanden, dass wir uns dafür selber Essen kaufen müssten, was ja eigentlich untypisch ist beim Wwoofing. Es war aber so, dass Rosalie jede Menge unterschiedliche Lebensmittel für uns einkauft hatte, die wir uns dann nur selbst zubereiten mussten, denn sie fuhr morgens früh zur Arbeit und kam erst am späten Nachmittag nach Hause.


Wir konnten aufstehen wann wir wollten, frühstücken dann erst einmal ordentlich, bevor es an die Arbeit ging. Rosalie hatte uns nur gesagt, dass es schön wäre, wenn wir das Feuerholz stapeln und das Efeu im Vorgarten entfernen. Dazu wie lange wir am Tag arbeiten sollen, sagte sie nichts. Nele und ich hielten uns aber immer grob an die vier Stunden, die meist üblich sind beim wwoofen.
Erst dachten wir, mit dem Efeu seien wir in wenigen Stunden fertig. Aber das sah dann doch etwas anders aus. In den drei Tagen, die wir gearbeitet haben, haben wir gerade mal die Hälfte geschafft. Es war einfach super anstrengend, weil die Wurzeln so lang und tief unter der Erde waren.


Wir waren danach auch immer richtig schön dreckig und verschwitzt, da hat sich die Dusche doppelt gelohnt. Nach der Dusche machten wir uns meisten die Reste vom Abendessen warm. Danach entspannten wir uns gerne im Garten.
Der Garten war das Beste von allem. Er war riesig und es gab so viele verschiedene Fruchtbäume: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Weintrauben und bestimmt noch so viel anderes. Rosalie meinte, wir könnten uns so viel pflücken wie wir wollen und das taten wir auch. Vor allem die Pflaumen waren super lecker. Dann lagen wir Garten, spielten Karten, hörten Musik und genossen einen leckeren Obstteller.


An einem Nachmittag fuhren wir mit Fahrrädern zum Strand. Leider war gerade low tide, deswegen waren wir nicht schwimmen.

Gegen 17 Uhr kam dann Rosalie von der Arbeit wieder und kochte etwas leckeres. Einen Tag gab es Spaghetti Bolognese, einen anderen Hühnchen mit Ofenkartoffeln, Blumenkohl und Maiskolben und wieder einen anderen eine Art Bauerneintopf mit Kartoffelbrei. An unserem letzten Abend lud sie uns zum fish and chips essen in das kleine Örtchen ein.
Sie meinte, am nächsten Morgen müssten wir nicht mehr arbeiten. Wir könnten einfach ausschlafen, entspannt frühstücken, unsere Sachen packen und dann gehen wann wir wollten.
Und genauso machten wir es. Nachdem wir uns zum Frühstück leckere Bananenpancakes mit Früchten aus dem Garten gemacht hatten, räumten wir ein wenig auf, packten unsere sieben Sachen und pflückten noch einige Früchte für die nächsten Tage.

Das Wwoofen war ja eigentlich nur als eine zweckmäßige geldsparende Zeitüberbrückung gedacht, aber es war dann wirklich schön. Rosalie war echt lieb und unser Aufenthalt, außer vielleicht das Herausreißen des Efeus, super entspannt. Aber wir haben viel zu viel gegessen!

9. März 2018

Im sonnigsten Teil Neuseelands? - Nelson, 08.02.2018 – 11.02.2018

Der Busfahrer setzte uns netterweise direkt vor unserem Hostel ab. Es war schon relativ spät, deswegen stellten wir nur kurz unsere Sachen ab und liefen dann zu Pizza Hut. Wir waren super hungrig und auf noch großartig kochen hatten wir keine Lust mehr. So aßen wir dann gegen halb zehn draußen im Dunkeln in irgendeinem Park unsere Pizza.


Der nächste Tag startete auch super mit einem kostenlosen Frühstück, das im Hostel angeboten wurde. Es war zwar nichts besonderes, ein paar brötchenartige Backsachen und dazu Marmelade und Erdnussbutter, aber Nele und ich nutzen es ordentlich aus und schlugen uns die Bäuche voll.

Danach liehen wir uns im Hostel mal wieder kostenlose Fahrräder aus, dieses Mal funktionierte sogar eine der beiden Bremsen meines Fahrrades.
Wir fuhren zu den Queens Gardens und schauten uns dort um.


Danach machten wir einen Abstecher zu New World und kauften uns zum Mittagsessen ein Pizzabrötchen und Weintrauben. Dann ging es zum Strand. Ich muss sagen, in Neuseeland sind die Fahrradwege nicht so wirklich ausgebaut und insgesamt fahren wenig Leute Fahrrad. Nele und ich verfuhren uns ein wenig und strampelten uns ganz schön ab, bis wir schließlich am Strand ankamen. Verschwitzt gingen wir sofort ins Wasser. Es war echt angenehm erfrischend und ein schöner Sandstrand. Plötzlich sah ich aus dem Wasser, wie sich ein Haufen Möwen um zwei Handtücher tummelten. Mit Erschrecken stellten wir fest, dass es sich um unsere Sachen hielt und ich lief schnell aus dem Wasser. Doch da war es schon zu spät. Die Möwen hatten sich auf unser leckeres Pizzabrötchen gestürzt und es in den Sand gezogen. Ein netter junger Mann hatte es jedoch geschafft wenigstens unsere Weintrauben zu retten. So konnten wir zum Mittag immerhin unsere Weintrauben genießen, entspannten noch ein wenig am Strand und gingen noch einmal schwimmen. Eigentlich wollten wir uns mit Käthe am Strand treffen, aber sie kam nicht. Ein Treffen mit ihr am Abend davor hatte leider auch schon nicht funktioniert. So fuhren wir mit dem Fahrrad zurück und machten noch einmal kurz Halt bei New World und kauften noch einmal ein Pizzabrötchen. Dieses Mal konnten wir es dann auch genüsslich im Park essen.

Abends erhielten wir dann endlich, nach tausenden verschickten Anfragen, ein Zusage zum Wwoofen. Ursprünglich wollten wir ja mit Nils und Lydia noch einmal zusammen in Nelson arbeiten. Die Beiden waren schon eine Woche vor uns dort gewesen und hatten intensiv nach einem Job gesucht, jedoch ohne Erfolg. Selbst als sie mit dem Auto von Farm zu Farm gefahren sind, hatten sie nichts gefunden, als eine Beerenfarm. Doch das Unwetter hatte deren Ernte zerstört, sodass wir dort auch nicht mehr arbeiten konnten. Während Lydia und Nils jetzt schon auf die Nordinsel übergesetzt hatten und sich dort nach einem Job umguckten, wollten wir uns noch Nelson und den Abel Tasman Nationalpark anschauen. Jedoch war für die nächsten Tage nur Regen angesagt. Nele und ich hatten uns schon so lange auf den Abel Tasman gefreut, dass wir es doof fanden, uns diese traumhaften Strände bei Regen anzuschauen. So wollten wir jetzt die Regentage mit Wwoofen überbrücken und so zugleich etwas Geld sparen. Wir konnten jedoch erst einen Tag später zu unserem Wwoofing host, weswegen wir noch eine Nacht in Nelson verlängerten.

So nutzen wir am nächsten Morgen noch einmal das kostenlose Frühstück aus, bevor wir unsere Sachen rüber brachten ins yha, wo wir für diese Nacht ein Zimmer gebucht hatten. Und etwas anderes Unglaubliches passierte...Wir bekamen endlich Geld von der Butlers Berry Farm! Ich konnte Nele gar nicht glauben, als sie meinte, wir hätten Geld überwiesen bekommen. Nachdem sie bei unseren Anrufen immer direkt aufgelegt hatten, hatten wir ihnen ein E-mail geschrieben, wo wir drohten, wir würden die ERA (eine Steuerbehörde oder sowas) einschalten, wenn das Geld nicht innerhalb der nächsten fünf Tage ankäme. Das hatte dann anscheinend doch Wirkung gezeigt. Es war zwar immer noch nicht genug, aber ich denke mit mehr können wir nicht mehr rechnen und der Betrag, der noch fehlt, ist auch nicht mehr super groß.

Danach ging es zum Nelson market, wo wir die Stände entlang schlenderten und uns Obst kauften. Mittags zogen wir uns mit asiatischem Essen in einen Pavillon in den Queens Gardens zurück, da es anfing zu regnen.


Am Nachmittag, als es aufgehört hatte, machten wir den Central of New Zealand walk. Der Ausblick wäre bei schönem Wetter bestimmt wieder schöner gewesen.


Auch hier hatten wir Käthe gefragt, ob sie mitkommen mag, doch es kam keine Antwort. Am späten Abend meinte sie dann, sie würde mit ein paar Leuten aus ihrem Hostel feiern gehen, aber da hatten wir dann auch keine Lust mehr.

Am kommenden Tag wollte uns unser Wwoofing host um 14 Uhr abholen. Bis um 11 Uhr mussten wir jedoch unser Hostel komplett verlassen haben. Draußen regnete es in Strömen und das, obwohl es ja eigentlich der sonnigste Teil Neuseelands seien soll. Wir wussten nicht wohin mit uns und unseren ganzen Sachen, sodass wir schlussendlich bei Starbucks landeten. So kaufte sich jeder von uns ein kleines Getränk und wir konnten für die nächsten Stunden im Warmen und Trocknen verbringen. Dann kam auch noch Toni vorbei, die wir zuletzt in Tekapo gesehen hatten und wir unterhielten uns nett, bis wir dann schließlich mit dem Auto von unserem Wwoofing host abgeholt wurden.

8. März 2018

Die Westküste – Franz Josef, Arthur‘s Pass, Greymouth, Punakaiki, 04.02.2018 – 08.02.2018

Auf dem Weg von Wanaka nach Franz Josef sah man noch deutlich die Schäden, die der Sturm angerichtet hatte. Neben der Straße lagen überall umgefallene Bäume und an den Hängen Felsbrocken, die abgerutscht waren. Die Straße war auf jeden Fall nicht umsonst gesperrt gewesen die letzten Tage.

Nach der ganzen Umbucherei, die uns die Sperrung der Straße beschert hatte, hatten Nele und ich jetzt nur noch eine Nacht in Franz Josef. Das war ziemlich ärgerlich, denn wir kamen erst nachmittags an und mussten am nächsten Tag frühmorgens wieder los. So hatten wir nicht einmal Zeit, um zum Gletscher zu fahren und dort zu wandern, weswegen wir eigentlich nur nach Franz Josef wollten. Und dazu regnete es auch noch. Damit der Aufenthalt nicht ein absoluter Reinfall war, besuchten Nele und ich abends die hot pools. Es war so ähnlich wie das Polynesian spa in Rotorua, allerdings gab es nur drei Becken und anstatt eines Ausblicks auf den Lake Rotorua, gab es hier eine Regenwaldlocation. Fotos waren hier leider nicht erlaubt.
Das absolute Highlight war aber in der Umkleide zu finden. Einen Bikini/Badeanzug/Badehosentrockner! Echt eine geniale Erfindung, die sollte es auf jeden Fall auch in den Schwimmbädern in Deutschland geben.


Am späteren Abend nach Sonnenuntergang machten Nele und ich noch eine kleine Nachtwanderung. Auf einem kurzen Wanderweg im Wald sollte man nämlich unglaublich viele Glühwürmchen sehen. Aber auch dieser Weg hatte etwas vom Sturm abbekommen, sodass es ein kleines Abenteuer wurde mit nur einer Handytaschenlampe ausgestattet den Pfad entlang zu kraxeln. Aber wir wurden mit jeder Menge Glühwürmchen belohnt.

Am nächsten Tag schüttete es wie aus Eimern. Wir fuhren erst einmal mit dem Bus vom Franz Josef circa 2 ½ Stunden bis Hokitika. Von da aus wollten wir weiter bis zum Arthur‘s Pass trampen, denn unser Bus fuhr dort nicht hin. Während ich kurz zum New World ging, um uns etwas zum Mittag zu kaufen, wartete Nele draußen und lernte André (natürlich deutsch) kennen. Kurzer Hand hatte der sich dazu entschieden mit uns zum Arthur‘s Pass zu trampen. Ich war davon nicht sonderlich begeistert, da einerseits zu dritt trampen noch schwieriger war und andererseits ich ihn von Anfang an ziemlich nervig fand. Aber na ja, wenigstens das Trampen funktionierte dann doch ganz gut. Ein deutscher Backpacker nahm uns mit, allerdings hatte er nur zwei Sitze, sodass Nele und ich uns mal wieder hinten auf eine Matratze legen mussten, zwischen einem Surfbrett und drei Backpacks. Er setzte uns netterweise direkt vor unserem Hostel ab, sodass wir nicht allzu nass wurden.
Da das yha bereits Wochen vorher ausgebucht war, mussten wir ins bbh gehen. Als wir ankamen und einchecken wollten, fanden wir keine Rezeption oder ähnliches vor. Lediglich hing draußen ein Telefon, mit dem man den Besitzer anrufen konnte. Wir mussten unsere Namen sagen, die er überprüfte und uns daraufhin den Türcode verriet.

Das Hostel war wirklich super klein. Es gab einen kleinen Aufenthaltsraum, mit drei Sofas, drei Stühlen, einem Tisch, einer kleinen Küche und einem Kamin. Ansonsten gab es eine Toilette, eine Dusche, zwei Doppelzimmer und ein Achtpersonenzimmer. In dem Zimmer war auch nichts anderes als die acht Betten und es war super kalt. In dem Hostel war es üblich, dass jeder seine Schlafsachen selber mitbrachte, aber Nele und ich hatten ja keine Schlafsäcke. Doch Gott sei Dank gab uns der sehr freundliche Besitzer, der am Nachmittag vorbeischaute, seine Notfallschlafsäcke. Ohne die wären wir wahrscheinlich erfroren in der Nacht. Mit dem dicken Schlafsack, Tshirt, Pulli, langer Hose und dicken Socken war es gerade erträglich.
Auch am nächsten Morgen war es noch echt frisch, es waren gerade Mal 9 Grad. Aber es hatte aufgehört zu regnen und die Sonne schien zur Abwechslung mal. Den vorherigen Tag hatten wir wirklich gar nichts mehr machen können, da es den ganzen restlichen Tag nur geschüttet und gestürmt hatte. Mir taten die Leute so Leid, die kein Bett mehr bekommen hatten und draußen in den Zelten schlafen mussten.


Um wenigstens etwas vom Arthur‘s Pass gesehen zu haben, machten wir morgens noch eine kleine Wanderung, bevor wir weiter trampten. Zu meiner großen Freuden begleitete uns André. Der Wanderweg war wirklich recht kurz, er ging an einem Fluss entlang durch einen Wald und endete bei dem Devil‘s Punch bowl waterfall.


Danach holten wir unsere Sachen aus dem Hostel und stellten uns an die Straße. Wir warteten zu dritt über eine Stunde, aber alle Autos fuhren an uns vorbei. So entschieden wir uns dazu, uns aufzuteilen. André ging ein Stück weiter nach vorne. Nach circa zehn Minuten fuhr ein Auto an André vorbei und hielt bei Nele und mir. Es war ein Niederländer, der bereits einen neuseeländischen Hitchhiker dabei hatte. Er fuhr uns netterweise extra bis nach Greymouth, obwohl er eigentlich nur nach Hokitika musste.

Das Hostel in Greymouth war echt cool. Schön eingerichtet, es gab unbegrenztes Internet und man konnte sich kostenlos Kajaks und Fahrräder ausleihen. Nachdem wir auch die günstigen Waschmaschinen ausgenutzt hatten, liehen Nele und ich uns Fahrräder aus und fuhren ein Teil des coast Fahrradweges. Leider funktionierten beide Bremsen meines Fahrrades nicht.
Das Meer war super aufgewühlt und große Wellen klatschten gegen die Felsen des Aussichtspunktes.
Viel mehr gab es in Greymouth jedoch nicht zu sehen.


Am nächsten Morgen ging es dann schon wieder weiter nach Punakaiki. Nach dem Frühstück stellten wir uns mal wieder an die Straße und warteten, dass uns jemand mitnahm. Wir standen in der prallen Sonne und Auto über Auto fuhr an uns vorbei. Das Problem war, dass wir nicht genau am Highway standen. Also die Straße führte zum Highway, aber auch in die Stadt. Nach 1 ½ Stunden hielt schließlich eine Deutsche und sie war die erste, die wir getroffen haben, die auch aus Hannover kam. Leider musste sie nicht wirklich in die gleiche Richtung wie wir, nahm uns aber ein Stück mit, sodass es dann nicht mehr weit war, direkt zum Highway zu laufen. Und ratet mal wen wir da am Highway getroffen haben. Den André juhu. Er schien anfangs auch nicht so sonderlich erfreut zu sein uns wiederzusehen, da wir am Tag davor ja vor ihm mitgenommen wurden. Relativ schnell hielt dort dann aber ein Auto, dass uns alle mitnehmen konnte.

Von dem Punkt, wo wir in Punakaiki absetzt wurden, mussten Nele und ich noch über 2 km mit unseren ganzen Sachen zum Hostel laufen. Aber die ganze Lauferei lohnte sich. Das Hostel war zwar etwas abgelegen, aber es war echt cool gemacht. Es gab einzelne Hütten, in denen man schlief, die direkt im Regenwald lagen. Ein bisschen nervig war nur, dass das Wasser dort nicht trinkbar war.

Nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatten, liefen wir wieder 45 Minuten zurück ins Zentrum zu den Pancake Rocks. Den Namen verdanken die Steine, ihrer Pancake ähnlichen Stapelung. Es sieht schon echt witzig aus.

Nach dem Abendessen liefen wir zum Strand und schauten uns einen echt wunderschönen Sonnenuntergang an.


Leider wurden wir in der Zeit aber von tausenden sand flies zerstochen. Von denen gab es an der Westküste nämlich besonders viele.


Unser Bus am nächsten Morgen fuhr erst um 15 Uhr, sodass wir noch genug Zeit hatten, den schönen Pororari river track durch den Regenwald entlang zu laufen.


Zur Busstation wurden wir dann glücklicherweise mit einem kostenlosen Shuttle vom Hostel gefahren.

Ich muss sagen, außer Punakaiki fand ich die Orte, die wir an der Westküste besucht haben, relativ enttäuschend. Klar, Franz Josef wäre bestimmt echt cool gewesen, wenn wir dort einen Tag mehr gehabt hätten und wir uns den Gletscher hätten angucken können. Ich meine landschaftlich war es wirklich schön, vor allem die Küste, aber natürlich auch der Regenwald, aber sonst ist dort eben echt nicht viel los.


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